{"id":66335,"date":"2022-12-14T10:29:30","date_gmt":"2022-12-14T09:29:30","guid":{"rendered":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=66335"},"modified":"2024-12-11T14:32:02","modified_gmt":"2024-12-11T13:32:02","slug":"digitalisierung-in-der-bibliothek-naturwissenschaften-bnat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/campus\/digitalisierung-in-der-bibliothek-naturwissenschaften-bnat\/","title":{"rendered":"Digitalisierung in der Bibliothek Naturwissenschaften (BNat)"},"content":{"rendered":"<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Naturwissenschaftliche Informationsversorgung ist digital \u2013 aber mitunter ist das gedruckte Buch immer noch wichtig<\/strong>.<\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Beitragsbild_UR6.22_Bnat.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"450\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Beitragsbild_UR6.22_Bnat.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-66341\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Beitragsbild_UR6.22_Bnat.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Beitragsbild_UR6.22_Bnat-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Beitragsbild_UR6.22_Bnat-18x12.jpg 18w\" sizes=\"(max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Fassade l\u00e4sst genug Licht durch: Das Otto-Stern-Zentrum auf dem Campus Riedberg. Foto: Dettmar<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Die Digitalisierung ist in den Naturwissenschaften weit vorangeschritten: Forscher*innen k\u00f6nnen in der Regel auf Zeitschriften von ihrem Arbeitsplatz oder von zu Hause aus zugreifen. In der Bibliothek Naturwissenschaften (BNat) im Otto-Stern- Zentrum trifft man daher vor allem Studierende an \u2013 nicht nur zur Stillarbeit, sondern auch in Gruppenr\u00e4umen zum gemeinsamen Lernen. Auch dort benutzt man beim Erarbeiten von Formeln gerne noch \u00bbStift und Tafel\u00ab.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer zum ersten Mal den Campus Riedberg der Goethe-Universit\u00e4t besucht, wird keine Probleme haben, die Bereichsbibliothek Naturwissenschaften zu finden: Denn diese befindet sich in einem sehr auff\u00e4lligen Geb\u00e4ude, dem Otto-Stern-Zentrum. Sp\u00f6tter haben dem Bau wegen seiner goldfarbenen Au\u00dfenstruktur einmal den Beinamen \u201eK\u00e4sereibe\u201c gegeben. Das Geb\u00e4ude beherbergt einige H\u00f6rs\u00e4le und eine Cafeteria, aber vor allem die Bereichsbibliothek auf dem Campus Riedberg. Wer die Bibliothek betritt, ist zuerst einmal von der Gr\u00f6\u00dfe des lichtdurchfluteten Lesesaals beeindruckt. Die Au\u00dfenfassade l\u00e4sst genug Licht hinein \u2013 allerdings, so erz\u00e4hlt es die Leitung der BNat, musste man nach z\u00e4hem Ringen die Architekten (Gerber Architekten aus Dortmund) davon \u00fcberzeugen, dass einige Lichtfenster in der auff\u00e4lligen Au\u00dfenstruktur den Gesamteindruck nicht st\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Umzug von Mathematik und Informatik wird bereits vorbereitet<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Leiter der Bereichsbibliothek ist Roland Wagner. Der promovierte Forstwissenschaftler leitet zugleich die Bereichsbibliothek Medizin auf dem Campus Niederrad sowie die Stabsstelle Open Access der Universit\u00e4tsbibliothek. Wagners Stellvertreterin ist die Diplom-Bibliothekarin Daniela Jatz, die bereits seit 1989 auf dem Campus Riedberg arbeitet. \u201eDamals war die Fachbereichsbibliothek noch nach dem Stadtteil Niederursel benannt, und da sa\u00df man quasi auf einem noch leeren Hang\u201c, erz\u00e4hlt sie. In die Fachbereichsbibliothek Chemie zogen nach und nach mehrere Disziplinen ein, bis man dann 2011 ins neue Otto-Stern-Zentrum wechselte. \u201eWir sind daher darin erfahren, neue Best\u00e4nde aufzunehmen\u201c, betont sie. Augenblicklich fehlen die Informatik und Mathematik, die noch auf dem Campus Bockenheim angesiedelt sind. Auch wenn der Neubau f\u00fcr die beiden F\u00e4cher noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird: Es wird bereits geschaut, was von den Best\u00e4nden mit auf den Campus Riedberg kommt, was ausgemustert wird oder an die Zentralbibliothek abgegeben werden kann.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Neue Herausforderungen<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich, so Wagner, h\u00e4ngt man in den Natur- und Lebenswissenschaften weit weniger am Gedruckten. \u201eIn der Forschung erscheint das Wichtige in Online-Zeitschriften. Da sind die Wissenschaftler*innen froh, am Rechner im B\u00fcro oder zu Hause die aktuelle Forschung direkt und ohne Umwege aufrufen zu k\u00f6nnen. In die Bibliothek muss sich daf\u00fcr keiner mehr bewegen.\u201c In fr\u00fcheren Zeiten gab es mehr Begegnungen mit den Forschenden, erinnert sich Daniela Jatz, durchaus mit etwas Wehmut. \u201eDa kam auch mal der Professor in die Bibliothek, um sich einen Zeitungsaufsatz zu kopieren.\u201c Heute hat sich die Kommunikation weitgehend ins Virtuelle verlagert. Aber es sind andere Aufgaben und Zust\u00e4ndigkeiten entstanden \u2013 die mitunter auch \u00fcbersehen werden, wei\u00df Roland Wagner zu berichten: \u201eOft bemerken Forschende in ihren B\u00fcros gar nicht mehr, dass sie auf Online- Inhalte nur deshalb zugreifen k\u00f6nnen, weil die Bibliothek im Hintergrund mit die Lizenzierung der Inhalte organisiert \u2013 die Dinge scheinen einfach so da zu sein.\u201c Mit E-Journals und E-Books sind allerdings aufw\u00e4ndige rechtliche, finanzielle und auch technische Fragen verbunden.\u201c Daniela Jatz erg\u00e4nzt: \u201eDigitale Lehrb\u00fccher sind f\u00fcr die Riedberg-F\u00e4cher h\u00e4ufig sehr teuer und k\u00f6nnen oft nur im Paket und dann auch nur f\u00fcr einen bestimmten Zeitraum erworben werden. F\u00fcr die Verlage ist das ein lohnendes Gesch\u00e4ft, aber f\u00fcr die Bibliotheken ergibt sich das Problem, dass man Literatur oft nur \u201eangemietet\u201c hat. Also kann es passieren, dass nach einem Jahr ein digitales Buch nicht mehr verf\u00fcgbar ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Bild_UR6.22_Bnat.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"450\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Bild_UR6.22_Bnat.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-66343\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Bild_UR6.22_Bnat.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Bild_UR6.22_Bnat-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Bild_UR6.22_Bnat-18x12.jpg 18w\" sizes=\"(max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. Robert Wagner und Daniela Jatz. Foto: Dettmar<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Ohnehin d\u00fcrfte die Digitalisierung wohl wenige Berufsgruppen so stark gepr\u00e4gt haben wie das Bibliothekswesen. \u201eWenn irgendwann einmal alle Zeitschriften \u00fcber Open Access zug\u00e4nglich sind, entf\u00e4llt auch die Lizenzierung. Dann werden andere Serviceleistungen seitens der Bibliothek st\u00e4rker gefragt sein, f\u00fcr die unsere Mitarbeitenden sich nat\u00fcrlich st\u00e4ndig weiterbilden m\u00fcssen\u201c, erkl\u00e4rt Roland Wagner. Neben Open Access ist das sogenannte Forschungsdatenmanagement ein wichtiges Stichwort. \u201eF\u00fcr die Forschenden auf dem Riedberg spielt der planvolle Umgang mit Forschungsdaten bereits eine gro\u00dfe Rolle \u2013 da gibt es in den Geistes- und Sozialwissenschaften noch st\u00e4rkeren Nachholbedarf.\u201c Wie k\u00f6nnen Daten beispielsweise erfasst, gespeichert, aufbewahrt und genutzt werden \u2013 solche Fragen werden von einem UB-\u00fcbergreifenden Team bearbeitet, die Bereichsbibliotheken \u00fcbernehmen dabei aber zusehends eine vermittelnde Funktion. Wenn die Bereitstellung von Literatur und der Ausleihbetrieb weniger Manpower bindet, k\u00f6nnen die Bibliotheken, betont Roland Wagner, die Forschenden k\u00fcnftig noch viel besser beim Publizieren und dem Forschungsdatenmanagement unterst\u00fctzen. \u201eIm Zuge einer leichteren Verf\u00fcgbarkeit von Informationen und wissenschaftlichen Publikationen im Netz wird zudem die Frage wichtiger, welche Materialien eine wissenschaftliche Qualit\u00e4tspr\u00fcfung durchlaufen haben und welche nicht, und wie man sich in der digitalen Informationsflut zurechtfinden kann.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Lehrb\u00fccher gerne noch physisch<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Die Digitalisierung mag in der naturwissenschaftlichen Forschung weit vorangeschritten sein. Im Studium allerdings, betonen Daniela Jatz und Roland Wagner, sehen zumindest die Vorlieben der Nutzer*innen oft noch anders aus: Die im natur- und lebenswissenschaftlichen Studium wichtigen Lehrb\u00fccher, also Grundlagen- und Einf\u00fchrungswerke, werden zwar auch digital sehr gerne genutzt, nach wie vor jedoch von vielen als physische B\u00fccher bevorzugt. \u201eGedruckte Lehrb\u00fccher machen ungef\u00e4hr 75 Prozent unserer Ausleihen aus\u201c, erkl\u00e4rt Daniela Jatz. Zwar lassen sich E-Books bequem von zu Hause aus nutzen. Aber: Ein solches Lehrbuch kann schon mal 1300 Seiten umfassen, da kann die Lekt\u00fcre am Bildschirm durchaus erm\u00fcdend sein. Stolz ist man in der BNat auf ein Angebot, das in Frankfurt einzigartig ist: In Zusammenarbeit mit den Fachbereichen wird die sogenannte \u201eSemesterausleihe\u201c erm\u00f6glicht. Das bedeutet, dass eine hohe St\u00fcckzahl von einem zentralen Grundlagenwerk gekauft wird, und die Studierenden diese B\u00fccher f\u00fcr ein ganzes Semester ausleihen k\u00f6nnen. \u201eIn der Regel ist ein Lehrbuch nur f\u00fcr vier Wochen ausleihbar. Somit entf\u00e4llt f\u00fcr unsere Studierende der Stress, das Buch zeitig wieder abgeben zu m\u00fcssen. Ein sch\u00f6ner Service, der von den Studis sehr gesch\u00e4tzt wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bibliothek als Lern- und Kommunikationszentrum<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Die BNat wird von vielen Studierenden, \u00fcbrigens auch aus F\u00e4chern jenseits der Naturwissenschaften, gerne als Lernort genutzt. Weil dazu nicht nur die individuelle Stillarbeit, sondern auch das Lernen und Diskutieren in der Gruppe geh\u00f6rt, bietet die BNat auch zehn Arbeitsr\u00e4ume an. Die k\u00f6nnen online gebucht werden, einige davon k\u00f6nnen aber auch spontan ohne Voranmeldung genutzt werden. \u201eDieses Konzept wurde gemeinsam mit den Fachschaften erarbeitet, denen eine Flexibilit\u00e4t in der Nutzung wichtig war\u201c, betont Daniela Jatz. Zur technischen Ausstattung der R\u00e4ume geh\u00f6ren optional auch Beamer, aber sehr gefragt sind die Whiteboards \u2013 keine interaktiven, sondern analoge, die man ganz klassisch mit Filzstiften beschreibt. \u201eIn F\u00e4chern wie der Mathematik oder Chemie hat man es mit Formeln zu tun, die schon mal sehr lang und komplex werden k\u00f6nnen. Analoge Technik wird bei uns also durchaus noch gesch\u00e4tzt\u201c, schmunzelt Roland Wagner.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-background\" style=\"background-color:#eeeeee\"><strong>ZAHLEN UND FAKTEN ZUR BNAT<\/strong><br><br><strong>Bislang vertretene F\u00e4cher<br><\/strong>\u2022 Geozentrum (FB 11)<br>\u2022 Fachbereich Physik (FB 13)<br>\u2022 Biochemie, Chemie und Pharmazie (FB 14)<br>\u2022 Biowissenschaften (FB 15)<br><br><strong>Workplaces for users<br><\/strong>\u2022 300 Lese- und Arbeitspl\u00e4tze<br>\u2022 10 Gruppenarbeitsr\u00e4ume (teils buchbar)<br>\u2022 1 Sehbehindertenarbeitsraum <br><br><strong>Bestand<\/strong><br>\u2022 rund 150 000 B\u00fccher und Zeitschriften (Kapazit\u00e4t auf 300 000 B\u00e4nde ausgelegt)<br><br><strong>Personal<\/strong><br>\u2022 7 hauptamtliche bibliothekarische Mitarbeiter*innen (\u00fcberwiegend Teilzeit)<br>\u2022 Unterst\u00fctzt von studentischen Hilfskr\u00e4ften<br><br><strong>\u00d6ffnungszeiten<br>BNat Lesesaal<\/strong><br>Montag bis Freitag 8.00 bis 20.00 Uhr<br>Samstag 10.00 bis 16.00 Uhr<br><strong>Gruppenarbeitsr\u00e4ume<\/strong><br>Montag bis Freitag 8.00 bis 22.30 Uhr<br>Samstag, Sonntag 10.00 bis 19.00 Uhr<br><br><strong>Online-Auftritt der BNat<br><\/strong><a href=\"https:\/\/www.ub.uni-frankfurt.de\/bnat\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.ub.uni-frankfurt.de\/bnat<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Naturwissenschaftliche Informationsversorgung ist digital \u2013 aber mitunter ist das gedruckte Buch immer noch wichtig. 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