{"id":84978,"date":"2025-08-01T08:01:00","date_gmt":"2025-08-01T06:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=84978"},"modified":"2025-08-22T14:20:11","modified_gmt":"2025-08-22T12:20:11","slug":"ein-trainingsraum-fuer-angehende-apothekerinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/unireport\/ein-trainingsraum-fuer-angehende-apothekerinnen\/","title":{"rendered":"Ein Trainingsraum f\u00fcr angehende Apotheker*innen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bei \u00dcbungen in der Trainingsapotheke und mit dem Onlinetool \u201eMyDispense\u201c k\u00f6nnen Pharmazie-Studierende ihre Beratungs- und Fachkompetenz testen und erweitern.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"450\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/my-dispense-c-peter-kiefer.jpg\" alt=\"Studentin vor dem Online-Tool &quot;MyDispense&quot; \u00a9 Peter Kiefer\" class=\"wp-image-84980\" style=\"width:480px\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/my-dispense-c-peter-kiefer.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/my-dispense-c-peter-kiefer-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/my-dispense-c-peter-kiefer-500x346.jpg 500w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/my-dispense-c-peter-kiefer-18x12.jpg 18w\" sizes=\"(max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 Peter Kiefer<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In einem Seitengang des Geb\u00e4udes N260 auf dem Campus Riedberg, im Institut f\u00fcr Pharmakologie und Klinische Pharmazie, verbirgt sich hinter einer unscheinbaren Holzt\u00fcr eine Trainingsapotheke, die noch nie eine Patientin oder ein Patient betreten hat. Der Raum ist zwar klein, aber es ist alles da: Tablettenpackungen, braune Flaschen und eine Rezepturwaage, das deutsche Apothekenschild mit rotem A und wei\u00dfer \u00c4skulapnatter, \u00fcbergro\u00dfe Pappschachteln, die f\u00fcr medizinische Shampoos werben, ein Verkaufstisch mit Apothekenkassensystem, ein Rezeptscanner, ein Zahlteller. Und hinter dem Tisch stehen nat\u00fcrlich eine freundliche Dame oder ein freundlicher Herr in wei\u00dfem Kittel, die fragen: \u201eWas kann ich f\u00fcr Sie tun?\u201c Dass sich trotzdem hierher nie echte Patientinnen oder Patienten mit Rezepten verirren, liegt nicht an der versteckten Lage des Raums: Er dient ausschlie\u00dflich zu Trainingszwecken f\u00fcr Pharmazie-Studierende, die hier Beratungen \u00fcben, wie sie t\u00e4glich hundertfach in jeder Apotheke stattfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute steht in einer solchen \u00dcbung Jonah Tutsch hinter dem Tisch. Er studiert im achten Semester Pharmazie und steht kurz vor dem zweiten Staatsexamen. In die Rolle der Patientin ist die approbierte Apothekerin Catarina Santos Carvalho geschl\u00fcpft. \u201eHallo. Ich habe hier ein Rezept. Und au\u00dferdem tut\u2019s mir im Mund weh. K\u00f6nnen Sie mir was dagegen geben?\u201c, sagt sie und legt ein Rezept f\u00fcr ein Inhalationspulver gegen Asthma auf den Tisch. Jonah Tutsch fragt nach, seit wann die Schmerzen auftreten, wie sie sich \u00e4u\u00dfern, ob die Patientin das Medikament schon l\u00e4nger nimmt. Nein, bei der \u00c4rztin war sie nicht, sagt Santos Carvalho, dort hat sie nur das Rezept abgeholt, und wie sie den Pulver-Inhalator nutzen muss, wei\u00df sie auch nicht so richtig. Jonah Tutsch ist nun gefordert, er vermutet eine Pilzinfektion im Mund, die als Nebenwirkung des inhalierten Pulvers auftreten kann und gibt Santos Carvalho ein rezeptfreies Gel mit (\u201eBitte wenden Sie es viermal t\u00e4glich im Mund an.\u201c). Au\u00dferdem empfiehlt er einen weiteren Besuch bei der \u00c4rztin, und er zeigt der \u201ePatientin\u201c, wie sie den Inhalator richtig bedienen muss: \u201eVollst\u00e4ndig ausatmen, Mundst\u00fcck ganz umschlie\u00dfen, tief einatmen, kurz Luft anhalten, laaaangsam ausatmen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Spiel mit Nachbesprechung<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"450\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/bewertungssituation-c-peter-kiefer.jpg\" alt=\"Das Beratungsgespr\u00e4ch in der Trainingsapotheke. \u00a9 Peter Kiefer\" class=\"wp-image-84982\" style=\"width:480px\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/bewertungssituation-c-peter-kiefer.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/bewertungssituation-c-peter-kiefer-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/bewertungssituation-c-peter-kiefer-500x346.jpg 500w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/bewertungssituation-c-peter-kiefer-18x12.jpg 18w\" sizes=\"(max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Beratungsgespr\u00e4ch in der Trainingsapotheke. \u00a9 Peter Kiefer<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Kritisch beobachtet wird das Gespr\u00e4ch von Johanna Saumer und Rekia Sinderwald, beides Doktorandinnen im Arbeitskreis Oppermann am Institut f\u00fcr Pharmakologie und Klinische Pharmazie. Sie haben bereits ihre Approbation als Apothekerin erhalten, arbeiten neben ihrer Promotion in der Klinischen Pharmazie in \u00f6ffentlichen Apotheken und kennen die Herausforderungen von Beratungsgespr\u00e4chen. Unter der Anleitung von Dr. Sina Oppermann, Professorin f\u00fcr Klinische Pharmazie, hat Saumer die Trainingsapotheke eingerichtet und sich um die Installation des Kassensystems gek\u00fcmmert. \u201eDas war schon sehr gut\u201c, meint Sinderwald zu Tutsch. \u201eDu hast vollkommen richtig auf die Pilzinfektion getippt, die Dosierungsanleitung hast Du gegeben und Deine Demo mit dem Inhalator war prima. Du h\u00e4ttest allerdings noch fragen k\u00f6nnen, ob die Patientin vielleicht weitere Medikamente wie zum Beispiel einen Betablocker einnimmt, weil die ja die Wirkung des inhalierten Wirkstoffs reduzieren.\u201c Und Saumer erg\u00e4nzt: \u201eDu, Catarina, h\u00e4ttest noch erw\u00e4hnen k\u00f6nnen, dass Du laktoseintolerant bist.\u201c Letzteres stand so n\u00e4mlich in den Briefings, die Saumer f\u00fcr die \u00dcbung geschrieben hat. Dort schildert sie den Arbeitsauftrag an den Apotheker (\u201eFinden Sie im Laufe des Beratungsgespr\u00e4ches mit gezielten Fragen Folgendes heraus \u2026\u201c) und die Anweisungen an die Patientin (\u201eEigenschaften: peinlich ber\u00fchrt und deshalb sehr z\u00f6gerlich und zur\u00fcckhaltend; gibt Infos erst auf Nachfrage\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p>Dann ist die N\u00e4chste an der Reihe, die vor der T\u00fcr gewartet hat: Xenia Reznitski, Pharmaziestudentin im achten Semester, wird zur Apothekerin, und Paul Herkert, der das Studium bereits beendet hat und sein Praktisches Jahr im Arbeitskreis Oppermann absolviert, spielt den Patienten. \u201eDu hast gute Fragen gestellt\u201c, meint Saumer anschlie\u00dfend, \u201eund Dein Hinweis auf die Website der Atemwegsliga war super.\u201c Auch Herkert, der einen sehr schwierigen Patienten gegeben hat, grinst: \u201eIch habe mich von Dir gut beraten gef\u00fchlt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In der Nachbesprechung sind sich die Studierenden einig, dass ihnen eine solche Trainingsapotheke viel helfen kann. \u201eIm Studium macht man sonst dazu nichts\u201c, meint Tutsch. Auch die T\u00e4tigkeiten w\u00e4hrend der achtw\u00f6chigen Famulatur, einem Praktikum, das im Grundstudium zum Teil in einer \u00f6ffentlichen Apotheke absolviert werden muss, beschr\u00e4nken sich dort meist auf das Backoffice. Hier geht es um Warenwirtschaft oder Rezeptur. Beratungsgespr\u00e4che d\u00fcrfen die angehenden Pharmazeuten erst im Praktischen Jahr nach dem zweiten Staatsexamen und nur im Beisein eines Apothekers oder einer Apothekerin f\u00fchren. Vorher ist das nicht erlaubt, auch nicht, wenn die Studierenden in einer Apotheke jobben.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Komplexes Wissen in realit\u00e4tsnahen Situationen<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"450\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/saumer-oppermann-sinderwald-c-peter-kiefer.jpg\" alt=\"Johanna Saumer, Prof. Dr. Sina Oppermann, Rekia Sinderwald \u00a9 Peter Kiefer\" class=\"wp-image-84981\" style=\"object-fit:cover\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/saumer-oppermann-sinderwald-c-peter-kiefer.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/saumer-oppermann-sinderwald-c-peter-kiefer-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/saumer-oppermann-sinderwald-c-peter-kiefer-500x346.jpg 500w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/saumer-oppermann-sinderwald-c-peter-kiefer-18x12.jpg 18w\" sizes=\"(max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Johanna Saumer, Prof. Dr. Sina Oppermann, Rekia Sinderwald \u00a9 Peter Kiefer<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Johanna Saumer erkl\u00e4rt: \u201eRekia und ich haben selbst an der Goethe-Universit\u00e4t Pharmazie studiert. Wir h\u00e4tten uns eine st\u00e4rker praxisorientierte Lehre gew\u00fcnscht, insbesondere f\u00fcr die Vorbereitung auf das Praktische Jahr. Da steht man oft vom ersten Tag an vor echten Patientinnen und Patienten, das kann schnell \u00fcberfordern.\u201c Rekia Sinderwald f\u00fcgt hinzu: \u201eMit solchen Trainings wollen wir den Studierenden die M\u00f6glichkeit geben, mehr \u00dcbung und dadurch Sicherheit zu bekommen im Umgang und der Beratung von Patientinnen und Patienten.\u201c \u201eIn der Trainingsapotheke sollen die Studierenden lernen, wie sie ihr komplexes Wissen in realit\u00e4tsnahen Situationen anwenden k\u00f6nnen. Studierenden f\u00e4llt es zum Beispiel h\u00e4ufig schwer, Verbindungen zwischen verschiedenen Indikationsgebieten herzustellen\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Sina Oppermann. \u201eSie lernen zum Beispiel in den Vorlesungen und Seminaren etwas zum Thema Diabetesmedikamente, dann im n\u00e4chsten Seminar etwas \u00fcber Wirkstoffe gegen Herzerkrankungen, und bisher wird das Wissen auch Thema f\u00fcr Thema abgepr\u00fcft. Im Beratungsgespr\u00e4ch steht dann aber ein Patient, der nimmt f\u00fcnf Medikamente gleichzeitig, zum Beispiel gegen Bluthochdruck, Asthma, Diabetes, und er geht zu Haus\u00e4rztin, Lungenarzt und Diabetologin. Da kommt schnell ein kompliziertes Behandlungsschema zusammen, und es wird schwierig f\u00fcr den Patienten, im Blick zu halten, welches Mittel er wann nehmen muss. Au\u00dferdem kann es gef\u00e4hrlich werden \u2013 n\u00e4mlich dann, wenn schwerwiegende Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Medikamenten nicht erkannt werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Daher m\u00fcssten Beratungsgespr\u00e4che gut trainiert werden, sagt Oppermann, denn Apothekerinnen oder Apotheker m\u00fcssten die m\u00f6glichen Wechselwirkungen aller verordneten Medikamente abklopfen, auch solche mit nicht rezeptpflichtigen Medikamenten sowie mit Nahrungs- und Nahrungserg\u00e4nzungsmitteln. Gegebenenfalls m\u00fcsse auch telefonische R\u00fccksprache mit \u00c4rztin oder Arzt gehalten werden, erl\u00e4utert sie, solch ein Szenario werde in der Trainingsapotheke ebenfalls ge\u00fcbt. K\u00fcnftig k\u00f6nnten sogar Schauspieler*innen zum Zuge kommen, die \u00c4rztin oder Patient mimen, um die Szenarien noch realit\u00e4tsn\u00e4her zu gestalten. Als Vorbereitung f\u00fcr das Berufsleben sei das bitter n\u00f6tig, so die Pharmazie-Professorin, denn jedes Jahr st\u00fcrben bis zu 25 000 Menschen an den Folgen von unerw\u00fcnschten Arzneimittelwirkungen, wie auch Wechsel- und Nebenwirkungen von Medikamenten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Virtuelle Apotheke<\/h2>\n\n\n\n<p>Um die Studierenden auf die organisatorisch aufwendigeren Beratungsgespr\u00e4che in der Trainingsapotheke vorzubereiten, arbeitet Oppermann zusammen mit Sinderwald an der Etablierung eines Onlinetools, das k\u00fcnftig ebenfalls in den Pharmazie-Lehrplan integriert werden soll. Bei dem System MyDispense kommt ein Patienten-Avatar in eine virtuelle Apotheke, das Gespr\u00e4ch wird \u00fcber Sprechblasen gef\u00fchrt, und anschlie\u00dfend gibt das Programm dem Studierenden R\u00fcckmeldung zu seinen Entscheidungen und Kompetenzen. MyDispense greift auf verschiedene Datenbanken zur\u00fcck und kann so Patienten-Avatare vom Kind bis zum alten, multimorbiden Menschen generieren. Sinderwald erl\u00e4utert: \u201eMit MyDispense k\u00f6nnen die Studierenden komplexe Gespr\u00e4che durchspielen, zum Beispiel die Betreuung einer schwangeren Patientin. Anders als in der Trainingsapotheke kann man auch mal in Ruhe nachdenken oder einen Fall beliebig oft wiederholen, bis das Thema wirklich sitzt. Das ist weniger stressig, denn man muss sich nicht gleichzeitig sein Fachwissen abrufen und auf eine Patientin oder einen Patienten einstellen, sondern kann sich zun\u00e4chst strukturiert Gedanken machen und dann seine Antworten an die virtuellen Patienten im System eintippen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>MyDispense stammt urspr\u00fcnglich von der Monash University in Australien, wurde an der Universit\u00e4t Greifswald \u00fcbersetzt und an das deutsche Arzneimittelgesetz angepasst. Durch die Kooperation mit der Universit\u00e4t Greifswald war es Oppermann m\u00f6glich, eine deutsche Instanz des Tools auch f\u00fcr die Goethe-Universit\u00e4t zu erhalten. Die muss nun f\u00fcr die an das Frankfurter Curriculum adaptiert werden. Denn f\u00fcr die Lehre im Pharmaziestudium gibt es zwar die deutsche Approbationsordnung f\u00fcr Apotheker, die den Ausbildungsrahmen vorgibt, also die Stunden und die Themen der einzelnen Lehrveranstaltung. Doch leider gibt es bisher keinen einheitlichen Lehrplan in Deutschland, bedauert Oppermann. \u201eDie Einrichtung der Trainingsapotheke war schon bis zum jetzigen Zeitpunkt sehr aufwendig und auch nicht g\u00fcnstig. Wir sind sehr froh, dass wir dieses Projekt mit Unterst\u00fctzung von daf\u00fcr eingeworbenen Projektmitteln, die j\u00e4hrlich von der Goethe-Universit\u00e4t im Zuge der Qualit\u00e4tssicherung Lehre f\u00fcr Innovative Lehrprojekte ausgeschrieben werden, bis hierher realisieren konnten\u201c, sagt Oppermann. \u201eIm kommenden Wintersemester 2025\/26 werden wir damit beginnen, die Trainingsapotheke ins Studium zu integrieren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammen mit der noch ausstehenden Etablierung von MyDispense wird das nochmal ein Kraftakt. Denn die Vorbereitung der F\u00e4lle sowie das Einpflegen von \u00dcbungen in MyDispense ist zeitaufwendig. Oppermann: \u201e\u00dcber die Aufbauarbeit meiner Doktorandinnen hinaus ist weiteres Personal essenziell, denn mal eben so \u2013 neben den Forschungsprojekten \u2013 l\u00e4sst sich ein solches Projekt kaum realisieren. Daher sollen studentische Hilfskr\u00e4fte und Pharmazeutinnen und Pharmazeuten im praktischen Jahr bei diesen Projekten langfristig unterst\u00fctzen.\u201c Damit die Projekte den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Nutzen erbringen, setzt die Pharmazieprofessorin auf die Zusammenarbeit und den Austausch mit anderen Universit\u00e4ten, die Trainingsapotheke oder MyDispense bereits f\u00fcr die Lehre im Pharmaziestudium nutzen. Neben Greifswald sind das zum Beispiel die Universit\u00e4ten Bonn, D\u00fcsseldorf, Halle, Heidelberg, Mainz und M\u00fcnchen. Gleichzeitig soll durch die Zusammenarbeit die Lehre im Fach klinischer Pharmazie standort\u00fcbergreifend harmonisiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn unserer Trainingsapotheke und sp\u00e4ter hoffentlich auch mit MyDispense werden die Studierenden mit all dem konfrontiert, was schwierig ist und bei der Medikamentenabgabe schiefgehen kann\u201c, sagt Oppermann. \u201eKlar, solche Trainings bedeuten nat\u00fcrlich einen gewissen Stress f\u00fcr die Studierenden. Aber wir sind uns alle einig: Die universit\u00e4re Ausbildung der Pharmazie-Studierenden gewinnt dadurch enorm an Qualit\u00e4t, und der Standort Frankfurt wird attraktiver f\u00fcr junge Menschen, die Pharmazie studieren wollen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:0px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#eeeeee\"><strong>Weitere Informationen:<br><\/strong><a href=\"https:\/\/tinygu.de\/OppermannForscher\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00dcber Sina Oppermann in \u00bbGoethe, Deine Forscher\u00ab<\/a><br><br>Literatur: Frank D\u00f6rje et al:<br><a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s00103-025-04036-2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Patientenorientierte Lehrformate in der Klinischen Pharmazie \u2013 zum Status quo in der deutschen universit\u00e4ren Apothekerausbildung.<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei \u00dcbungen in der Trainingsapotheke und mit dem Onlinetool \u201eMyDispense\u201c k\u00f6nnen Pharmazie-Studierende ihre Beratungs- und Fachkompetenz testen und erweitern. 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