{"id":85393,"date":"2025-08-23T08:09:17","date_gmt":"2025-08-23T06:09:17","guid":{"rendered":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/?p=85393"},"modified":"2025-08-23T08:09:18","modified_gmt":"2025-08-23T06:09:18","slug":"willkommenskultur-als-mittel-gegen-den-fachkraeftemangel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/en\/gesellschaft\/willkommenskultur-als-mittel-gegen-den-fachkraeftemangel\/","title":{"rendered":"Willkommenskultur als Mittel gegen den Fachkr\u00e4ftemangel"},"content":{"rendered":"<p><em>Wie internationale Studienabsolventinnen und -absolventen gewonnen werden<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Um hochqualifizierte Fachkr\u00e4fte ausl\u00e4ndischer Herkunft f\u00fcr den Arbeitsmarkt zu gewinnen, braucht es eine ausgepr\u00e4gte Willkommenskultur. Doch wie k\u00f6nnte diese aussehen? Gut 100 Arbeitsmarktexperten haben sich dar\u00fcber bei einer Veranstaltung an der Goethe-Universit\u00e4t ausgetauscht. Veranstalter war der International Career Service Rhein-Main, ein Verbund von f\u00fcnf \u00f6ffentlichen Hochschulen in S\u00fcdhessen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"450\" src=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/beitragsbild_IWAK_Willkommenskultur_Foto_Lora-Demireva_IWAK.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-85395\" srcset=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/beitragsbild_IWAK_Willkommenskultur_Foto_Lora-Demireva_IWAK.jpg 650w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/beitragsbild_IWAK_Willkommenskultur_Foto_Lora-Demireva_IWAK-300x208.jpg 300w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/beitragsbild_IWAK_Willkommenskultur_Foto_Lora-Demireva_IWAK-500x346.jpg 500w, https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/beitragsbild_IWAK_Willkommenskultur_Foto_Lora-Demireva_IWAK-18x12.jpg 18w\" sizes=\"(max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wie wird der hessische Arbeitsmarkt f\u00fcr internationale Absolventen attraktiv? Gut 100 Arbeitsmarktexperten haben sich dar\u00fcber bei einer Veranstaltung an der Goethe-Universit\u00e4t ausgetauscht. Veranstalter war der International Career Service Rhein-Main, ein Verbund von f\u00fcnf \u00f6ffentlichen Hochschulen in S\u00fcdhessen. (Foto: Lora Demireva \/ IWAK)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Gerade in den urbanen Gebieten Hessens wie der Region Rhein-Main suchen Arbeitgeber h\u00e4nderingend nach Fachkr\u00e4ften mit Studienabschluss. Die Lage ist schon jetzt sehr angespannt und wird sich durch den Altersaustritt der \u201eBabyboomer\u201c nochmals versch\u00e4rfen. Allein auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt werden bis zum Jahr 2030 rund 28.000 Akademiker fehlen. Dies zeigen die Prognosen, die das Institut f\u00fcr Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universit\u00e4t im Auftrag der hessischen Landesregierung erstellt hat (<a href=\"http:\/\/www.hessische-berufsprognosen.de\">www.hessische-berufsprognosen.de<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Um gegen diesen Mangel anzugehen, ist Kreativit\u00e4t gefragt. Ein betr\u00e4chtliches Potenzial liegt in den rund 25.000 internationalen Studierenden, die derzeit an den f\u00fcnf \u00f6ffentlichen Hochschulen in S\u00fcdhessen (Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt a.M., Technische Universit\u00e4t Darmstadt, Frankfurt University of Applied Sciences, Hochschule Darmstadt und Hochschule Rhein-Main) studieren. Die wenigsten der an hessischen Hochschulen qualifizierten internationalen Studienabsolventen gelangt in der Regel in ein Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis auf dem hessischen Arbeitsmarkt. Daf\u00fcr gibt es viele Gr\u00fcnde: Viele Internationale haben w\u00e4hrend des Studiums kaum Ber\u00fchrungspunkte mit der Region, sie kennen sich nicht aus mit dem Arbeitsmarktzugang hierzulande, manchen fehlen die erforderlichen Deutschkenntnisse. So zeigen Studien des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst), dass die Bereitschaft zum Bleiben zwar gro\u00df ist, viele internationale Studierende und Absolventen aber die damit verbundenen H\u00fcrden nicht \u00fcberwinden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb f\u00f6rdert das Hessische Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur seit 2023 aus Mitteln des Europ\u00e4ischen Sozialfonds Plus und aus Landesmitteln den Aufbau des \u201eInternational Career Service Rhein-Main (ICS RM)\u201c finanziell und ber\u00e4t fachlich. Dazu Christoph Degen, Staatssekret\u00e4r im Hessischen Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur: \u201eWir tragen mit diesem Dienst zur Fachkr\u00e4ftesicherung bei. Dabei m\u00fcssen wir an den Hochschulen, wo zuk\u00fcnftige Fachkr\u00e4fte ausgebildet werden, auch internationale Studienabsolventen ansprechen und gewinnen. Das liegt an einem so internationalen Standort wie dem Rhein-Main-Gebiet besonders nahe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der International Career Service Rhein-Main ist ein Verbundprojekt der f\u00fcnf \u00f6ffentlichen Hochschulen in S\u00fcdhessen. Die Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t aus Mainz ist als assoziierter Partner beteiligt. Der Service unterst\u00fctzt internationale Studierende mit Informationen zum deutschen Arbeitsmarkt oder dem Gr\u00fcndungs\u00f6kosystem, macht sie mit Berufsfeldern und Unternehmen vertraut, hilft bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und der Vorbereitung von Vorstellungsgespr\u00e4chen. \u201eWir bemerken eine konstant hohe Nachfrage und erhalten positive R\u00fcckmeldungen zu unseren Angeboten\u201c, erkl\u00e4rt Jens Blank, der die Aktivit\u00e4ten der beteiligten Hochschulen koordiniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem wurde ein Runder Tisch und ein Beirat gebildet, als Br\u00fccke zwischen Hochschulen und gewerblicher Wirtschaft sowie Sozialwirtschaft. Da geht es etwa um die Frage, wie Studierende von Anfang an mit der Region in Kontakt kommen k\u00f6nnen. \u201eEs gibt viele Angebote, aber die sind nicht geb\u00fcndelt. Wir haben die Angebote jetzt im Tool RAISE (regionale Angebote f\u00fcr internationale Studierende) zusammengef\u00fchrt. Das Tool steht allen, die internationale Studierende an den Hochschulen beraten, zur Verf\u00fcgung\u201c, sagt Christa Larsen. Die Leiterin des Instituts f\u00fcr Wirtschaft, Arbeit und Kultur der Goethe-Universit\u00e4t (IWAK) koordiniert die Aktivit\u00e4ten des Runden Tisches und des Beirats.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit internationale Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen im Rhein-Main-Gebiet heimisch werden k\u00f6nnen, braucht es jedoch auch eine gelebte Willkommenskultur. Wenn es um die langfristige Einbindung in die Region geht, ist es entscheidend, ob die Menschen sich hier wohlf\u00fchlen. Die am Runden Tisch beteiligten internationalen Studierenden sind der Ansicht, dass hier noch Verbesserungsbedarf besteht. Prof. Axel Pl\u00fcnnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft vermittelte wichtige Einblicke aus der Forschung und verdeutlichte, dass die langfristige Bindung internationaler Akademikerinnen und Akademiker nur gelingen kann, wenn in Beh\u00f6rden und vor allem Betrieben die Willkommenskultur gelebt wird. Judith Freisburger vom Kompetenzzentrum Fachkr\u00e4ftesicherung hat dar\u00fcber gezeigt, dass es nicht ausreicht, wenn einzelne Besch\u00e4ftigte geschult sind. Vielmehr sind es die Prozesse und Strukturen und vor allem die Betriebskultur, die Offenheit und Wertsch\u00e4tzung unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Jonas Fidler, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverb\u00e4nde, res\u00fcmierte den erreichten Stand und die noch zu bew\u00e4ltigenden Herausforderungen Er verdeutlichte die hohe Sensibilit\u00e4t, die bei Betrieben und Verwaltungen bereits f\u00fcr die Notwendigkeit gelebter Willkommenskultur besteht. Dar\u00fcber hinaus haben bereits viele Betriebe ihre Strukturen und Prozesse ver\u00e4ndert, um mehr Offenheit und Partizipation zu erm\u00f6glichen. Diese k\u00f6nnten als Vorbilder noch besser sichtbar gemacht werden. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Schaffung einer Willkommenskultur ist ein komplexer Prozess, der Zeit und vielf\u00e4ltiges Engagement erfordert. Es ist jedoch wichtig, sich bewusst auf den Weg zu machen\u201c, so Prof. Sabine Andresen, Vizepr\u00e4sidentin f\u00fcr Chancen, Karriereentwicklung und -f\u00f6rderung sowie Diversit\u00e4t und Gleichstellung in ihrem Gru\u00dfwort. Das Projekt \u201eInternational Career Service Rhein-Main\u201c biete einen hervorragenden Anlass, sich gezielt mit Willkommenskultur auseinanderzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie internationale Studienabsolventinnen und -absolventen gewonnen werden Um hochqualifizierte Fachkr\u00e4fte ausl\u00e4ndischer Herkunft f\u00fcr den Arbeitsmarkt zu gewinnen, braucht es eine ausgepr\u00e4gte Willkommenskultur. Doch wie k\u00f6nnte diese aussehen? 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